Kurzer geschichtlicher Überblick

Der IBM-PC kam Anfang der 80er Jahre auf den Markt. Zu etwa dieser Zeit beginnt auch der Aufstieg der Firma Microsoft, der es gelang, das Standardbetriebssystem für diese Rechner zu etablieren: MS-DOS. Dieses Betriebssystem bot eigentlich nur eine einfache Kommandozeile, über die Programme gestartet wurden. Zu damaligen Zeiten wurde allerdings auch mit im Vergleich zu Heute absolut winzigen Hauptspeichergrößen von wenigen KByte und Prozessoren mit Geschwindigkeiten von wenigen MHz gearbeitet.

Vorarbeiten für grafisch orientierte Betriebssyteme wurden bereits in den 70er Jahre am Palo Alto Research Center (XEROX-PARC) geleistet. Von hier stammen auch die ersten Modelle von Computermäusen. Mitte der 70er wurde hier der erste Computer mit einer grafischen Oberfläche gebaut, allerdings war der so teuer, dass er nicht den Weg in die Serienproduktion fand.

Anfang 1983 brachte die Firma Apple einen Computer namens Lisa auf den Markt, der erstmals eine grafisch orientierte Oberfläche enthielt, allerdings war auch diesem Produkt kein großer Erfolg beschienen.

Anfang 1984 kam dann endlich der Apple Macintosh, der auf ausreichend leistungsstarke Hardware zurückgreifen konnte, um eine grafische Oberfläche darstellen zu können.

Im November 1983 kündigte Microsoft Windows an, das dann im November 1985, also nach dem Macintosh, auf dem Markt erschien. Die Premiere trug die Versionsnummer 1.0.1, die im Laufe der beiden folgenden Jahre nur im Treiberumfang erweitert wurde. Diese Version konnte keine sich gegenseitig verdeckenden Fenster darstellen, das änderte sich erst mit Version 2.0 vom November 1987. Beide Versionen liefen im Real Mode und begnügten sich mit einem 8086 oder 8088.

Kurz darauf erschien Windows/386, das den Virtual 8086 Mode des noch neuen 80386 nutzen konnte. Der Nachfolger von Windows 2.0 hieß dann auch nicht Windows 2.1, sondern Windows/286.

Windows/286 und Windows/386 wurden in Windows 3.0 zusammengeführt und am 22.5.1990 vorgestellt. Endlich konnte der Protected Mode (des 80286) genutzt werden, wodurch bis zu 16 MB RAM adressierbar waren, auch wenn damals die wenigsten Heim- oder Büro-PCs soviel Speicher gehabt haben düften.

Im April 1992 erschien Windows 3.1, dass mit einigen Problemen der Version 3.0 aufräumte (insbesondere wohl Geschwindigkeitsdefizite) und eine Reihe von Neuerungen wie TrueType-Schriften, Standard-Dialoge und OLE brachte.

Mit Windows NT (New Technology) brachte Microsoft eine Version heraus, die weniger auf den Heim- oder Arbeitsplatz-PC, sondern mehr auf das Server-Segment ausgerichtet war. Es wurde konsequent der Protected-Mode ab dem 80386 genutzt. Besondere Augenmerke wurden auf Stabilität und Sicherheit gelegt. Desweiteren war Windows NT die erste Version, die nicht nur auf Prozessoren der x86-Familie lief, sondern auch auf RISC-Prozessoren, z. B. DEC Alpha portiert wurde. Die erste Version erschien im Juli 1993 und startete bereits mit einer Nummer 3.x um mit dem "normalen" Windows gleichzuziehen.

August 1995 erschien Windows 95, das nicht nur eine neue Oberfläche enthielt, sondern auch die alte Dateinamensbeschränkung von maximal 8 Zeichen plus 3 Zeichen Endung aufhob. Von Windows 95 gab es noch eine b- Variante, die wiederum ein paar Fehler behob und Neuerungen brachte. Es handelt sich ebenfalls um ein erst ab dem 80386 lauffähiges System, dessen Hardwareanforderungen aber geringer als die von Windows NT waren, dafür aber auch nicht so kompromisslos im Hinblick auf Stabilität, Sicherheit und Portabilität war.
Etwas später kam auch die Version 4.0 von Windows NT, die die neue Oberfläche von Windows 95 übernahm, aber weiterhin eher auf den Server/Business-Bereich ausgerichtet war

Im Juni 1998 kam dann Windows 98, von dem etwas später Windows 98 SE (Second Edition) erschien. Mit dieser Version kam die stärkere Integration des Internets und mehr unterstützte Hardware (USB).

Windows 2000 als Nachfolger von Windows NT erschien im Jahre 2000. Wie schon NT gab es diese Version in verschiedenen Ausführungen, abhängig vom Einsatzgebiet. Auch wenn 2000 schon einige Jahre her ist, wird Windows 2000 meiner Ansicht nach noch in vielen Unternehmen als Serverplattform und auch als Arbeitsplatzsystem eingesetzt.

Microsoft hatte eigentlich das Ziel, nach Windows 98 den eher Consumer-orientierten Bereich (Windows 95 und 98) und den Business-orientierten Bereich (Windows NT) zu einer Version zusammen zu führen. Bis zum Erscheinen von Windows 2000 hat das aber nicht ganz geklappt, statt dessen wurde noch eine Zwischenversion namens Windows Me (Millenium Edition) ausgegeben.

Eine Vereinheitlichung der beiden Stränge kam eigentlich erst mit Windows XP zustande, das 2001 erschien. Allerdings gibt es davon auch eine Reihe von verschiedenen Ausführungen (Personal Edition, Web Edition, Professional etc). Windows XP konnte wieder mit einer (abschaltbaren) neuen Optik aufwarten.

Im Gegensatz zu Windows 2000 enthielt Windows XP nur Client-Versionen. Der derzeit letzte große Wurf war die Version Windows Server 2003, sozusagen die Server-Version von Windows XP.
Ende 2006, Anfang 2007 soll Windows Vista erscheinen, dessen Oberfläche auf Grundlage einer Seitenbeschreibungssprache (eine XML-Anwendung) aufgebaut wird und natürlich noch über viele weitere Neuerungen verfügen wird. Beta-Versionen stehen zum Download bereit. Mit einer Größe von mehr als 3 GB ist diese Option aber vermutlich nur etwas für Entwickler oder Experimentierfreudige mit Breitbandanschluss.